CASTLE

Kulturelle Teilhabe und Gesundheit geflüchteter Menschen

Kulturelle Teilhabe kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, damit Menschen mit psychosozialen Erkrankungen eine Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation erfahren. Denn kulturelle Erfahrungen können lange nachwirken und das Wohlbefinden und die persönliche Lebensqualität entscheidend beeinflussen. Mit einer niedrigschwelligen Vermittlungsmethode gelingt es KulturLeben Berlin, auch Menschen mit psychosozialen Erkrankungen nachhaltig zum Kulturbesuch zu motivieren.

Wie sich kulturelle Teilhabe auf Menschen in vulnerablen Lebenssituationen auswirkt, hat die interdisziplinäre Forschungsgruppe des TechEnergy for Africa e.V. in Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und KulturLeben Berlin 2017 in der CASTLE-Studie (Cultural Space for a Healthy Life) wissenschaftlich untersucht. Die Studie wurde unter Leitung der Ärztin und Gesundheitswissenschaftlerin Dr. med. Beatrice Moreno MPH mit den Methoden des Health Technology Assessment (HTA) durchgeführt.

Auf der Jahrespressekonferenz von KulturLeben Berlin am 15. März 2018 im GRIPS Theater stellte Dr. med. Beatrice Moreno MPH die Ergebnisse der Studie vor.

 

 

 

 

 

 

 

 


Kurze Einführung: CASTLE-Studie (Cultural Space for a Healthy Life)

Die aktive Beteiligung am gesellschaftlichen Zusammenleben – insbesondere die Teilhabe an kulturellen Angeboten – gilt in der Public Health Forschung als zentraler Einflussfaktor für die Gesunderhaltung der Bevölkerung.

Mit den Methoden des HTA-Berichts werden weltweit alle Interventionen untersucht, die Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Das kann ein Medikament sein, aber auch soziale Begegnungen im Rahmen kultureller Teilhabe, die Angst nehmen und – sofern sie kontinuierlich erfolgen – einen präventiven Effekt auf unsere Gesundheit entfalten. Problematisch gestaltet sich die Situation für Menschen, die z.B. in Folge von Flucht und Vertreibung, aber auch in Folge von Armut und sozialer Isolation an stärkeren physischen und psychosozialen Belastungen leiden. Sie sind ihrer Selbsthilfefähigkeit eingeschränkt und daher nicht in der Lage, kulturelle Teilhabe eigenständig zu organisieren. Viele Kulturgäste von KulturLeben Berlin gehören zu dieser Gruppe.

Angesichts dieser Problematik geht die Studie der Frage nach, welche Effekte für die Umsetzung kultureller Teilhabe aus der Perspektive von Menschen mit psychosozialen Erkrankungen relevant sind. Ziel ist es, Betroffene dazu zu befähigen, sich wieder eigene Gestaltungsräume zu schaffen und die Möglichkeiten zur Umsetzung kultureller Teilhabe zu stärken. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden systematisch recherchierte Publikationen anhand eines erarbeiteten Erstmodells strukturiert ausgewertet, welches auf die verschiedenen Bedürfnisse der untersuchten Zielgruppe ausgerichtet war. Für den Praxisbezug wurden sowohl ExpertInnen aus dem Gesundheitsbereich befragt als auch betroffene Gruppen, darunter Gäste von KulturLeben Berlin.

Aus allen ausgewerteten Informationsquellen wurden Berichtsfelder erstellt und in einem dafür entwickelten Modell abgebildet. Die wichtigsten Berichtsfelder wurden auf der PK vorgestellt. Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse und unsere Pressemappe zur JPK 2018 finden Sie hier:

HTA-Studie Kulturelle Teilhabe und Gesundheit_Zusammenfassung_Dr. med Beatrice Moreno MPA

Pressemappe Jahrespressekonferenz KulturLeben Berlin 2018


Das Thema „KulturLeben Berlin tut gut – Kulturelle Teilhabe und Gesundheit“ stand bereits im Mittelpunkt unserer Jahrespressekonferenz 2017. Die Pressemappe können Sie hier herunterladen.

 

 

Comic KulturLeben Berlin stellt sich vor

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